Gunther Ganzhorn

 



Gunther Ganzhorn, geboren am 9.5.1952 in Pforzheim.

Von Beruf Vermessungsingenieur und bei den Stadtwerken Pforzheim als Leiter der Netzdokumentation und Vermessungsabteilung beschäftigt.

Die Liebe zu Pflanzen und Garten „erbte" ich wohl von einem meiner Großväter, von ihm lernte ich auch viele Dinge der Gartenpraxis. Vielleicht war für meinen hobbymäßig betriebenen „Gärtnerwerdegang" ausschlaggebend, dass er mir als damals 20 Jährigen, einen großen Garten übergab, eine Herausforderung und Verpflichtung zugleich.

 

Weshalb gerade Fuchsien:

Als Vorsitzender unseres örtlichen Obst- und Gartenbauvereins bereitete ich im Jahre 1984 einen Diavortrag über die Insel Mainau vor. Hierzu besuchte ich das Jahr über mehrere Male die Mainau und durfte dabei auch hinter die Kulissen schauen. Ich war damals von der großen Vielfalt geradezu überwältigt, und auch neugierig geworden. Damit war eine Fuchsienleidenschaft entstanden, die bis heute ungemindert anhielt.

Mein kultiviertes Sortiment:

Im Laufe der Jahre kultivierte und testete ich eine Vielzahl von Sorten. Es war ein

Kommen und Gehen in meinem Pflanzensortiment. Manchmal wurden die groß gefüllt blühenden, dann wieder Sorten mit kleinen Blüten bevorzugt. Ich denke, heute ist es eine gute Mischung von Allen, geblieben ist aber meine Begeisterung zu den Weißen, von denen ich eine stattlich Zahl an Sorten kultiviere. Zurzeit umfasst mein Sortiment ca. 300 Sorten und weitere ca. 25 eigene Züchtungen, die im Test stehen.

Ausstellungen:

Die Information über die Fuchsien liegt uns Fuchsienliebhabern allzu sehr am Herzen. Da Ausstellungen hierzu eine sehr gute Plattform bieten, um die vielfältigen Blüten und die Pflanzen in den unterschiedlichsten Wuchsformen zu präsentieren, nahm ich an einigen Ausstellungen und Hallenschauen teil.

Nichtprämierte Ausstellungen:

- Ausstellungen des Freundeskreises Leonberg

- Landesgartenschau Pforzheim 1992

- Botanischer Garten Tübingen

- Landesgartenschau Ostfildern 2002

Prämierte Ausstellungen:

- IGA Stuttgart 1993 4x Gold, 3x Silber, 2x Bronze

- BuGa Gelsenkirchen 1997 3x Silber, 2x Bronze

- BuGa München 2005 5x Gold, 7x Silber, 9x Bronze, 1x Ehrenpreis

Züchtungen:

Mit einem gewissen sportlichen Ehrgeiz hat sich im Laufe der Zeit der Gedanke nach eigenen neuen Züchtungen entwickelt. Leider stand aus familiären Gründen dazu nicht immer die Zeit zur Verfügung, die man diesem Thema eigentlich widmen müsste. War am Anfang das „Probieren" vordergründig, so steht heute der Fokus eher auf dem Ergebnis reich blühend, aufrecht stehender Sorten, die eventuell nicht nur bei Fuchsienliebhabern Interesse finden. Aber, alles bleibt Hobby.

Pflanzquartiere:

Die Möglichkeiten auf meinem Grundstück Fuchsien zu kultivieren, sind eigentlich nicht die besten. Die beiden großen Terrassen liegen auf der Südseite in voller Sonnenlage und sind nur für die Kübelpflanzen und Zitruspflanzen geeignet. Auf dem Balkon dazwischen stehen dann einige größere Pflanzen. Auf der Westseite wird der größte Teil der Fuchsien in einem Pflanzbeet am Haus entlang ausgepflanzt, teilweise direkt in die Erde, manche werden im Topf eingesenkt; dies meistens im jährlichen Wechsel.

Die weißen Sorten stehen auf der Nordseite am Haus.

Überwintert werden die Pflanzen in zwei kleinen Gewächshäusern, jedoch nie ohne Zurückschnitt und Entblätterung.


Bilder zum vergrößern anklicken!


Eigene Sorten und deren Namensgebung

Die Benennung von neuen Sorten wird oftmals Personen, Orten, Sehenswürdigkeiten oder anderer Begebenheiten gewidmet, so erhielten einige meiner Züchtungen bei der Namensgebung einen Bezug zur Insel Madeira. Wie kamen die Namen zustande.



Schöne Helena

Die Entstehung der Sorte war spannend und schön zugleich. Der Name sollte an etwas Schönes erinnern und damit in Verbindung gebracht werden. Deshalb steht Helena aus der griechischen Mythologie Pate, die als die schönste Frau ihrer Zeit galt.

Pretty Woman

Die schönste Filmromanze aller Zeiten und Lieblingsfilm meiner Frau.

Dudu

Die Sorte Dudu erinnert an den kleinen schwarzen Zwergpudel meiner Frau, dessen Gestalt genau so grazil war, wie die dunkle Blüte und zwergartige Wuchs der Kreuzung aus Venus Victix x Melanie.

Sara Lea

Der Name unserer jüngsten Tochter. Nachdem die Namen unserer anderen Töchter in Sortenverzeichnissen zu finden waren, sollte auch der Jüngsten eine gewidmet werden.

Madeiraperle

Madeira, meine Lieblingsinsel ist eine Perle im Atlantischen Ozean, ein Traum für alle Blumen- und Pflanzenfreunde.

Cliff Bay

Diese blauweiße Sorte wurde nach dem 5*-Hotel Cliff Bay benannt, das in Funchal, spektakulär auf einer Klippe gelegen, einen wunderschönen Panoramablick auf die Bucht von Funchal und den tiefblauen Atlantischen Ozean frei gibt. In der gepflegten subtropischen Gartenanlage des Hotels, die einen herrlichen Blumen- und Pflanzenbestand besitzt, blühen von der ´Cliff Bay` noch heute Vermehrungen der ersten Generation.

Quinta Vigia

War für 6 Monate ihr Domizil, als Kaiserin Sissi 1860/61 in Funchal auf Madeira ihren Winterurlaub verbrachte. Das Anwesen, das mit einem beschaulichen Park auf einer Anhöhe liegt und einen überwältigenden Blick über Hafen und Bucht von Funchal freigibt, wird heute für Regierungszwecke genutzt.

Pico Ruivo

Der Pico Ruivo liegt als höchster Berg im Zentrum der Insel Madeira. Unzählige Wanderwege führen einem zu einer grandiosen Aussicht. Der Gipfel bietet einen Platz, um den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang ganz nahe dem Himmel einzufangen.

Ribeiro Frio

Hier wird in einem steil abfallenden Tal auf der Nordseite der Insel Madeira dem Besucher ein kleines Naturparadies geboten. Ribeiro Frio ist ein beliebter Haltepunkt für Einheimische und Touristen, vor allem wegen der liebevoll angelegten Forellenfarm und als Ausgangspunkt für viele Wanderwege zu herrlichen Aussichtspunkten.

Festa de Flores

Jedes Jahr findet im April in Madeiras Inselhauptstadt Funchal ein Blumenfestival statt. Die ganze Stadt, die Läden und Geschäfte sind geschmückt, auf den Straßen werden Teppiche aus Blüten arrangiert und ein großer Blumenkorso erfreut die zahlreichen Besucher. Da diese Züchtung nicht mit Blüten geizt, mehr Blüten finden auf einer Pflanze fast nicht Platz, soll sie an diese Blüten- und Blumenspektakel erinnern. Diese Sorte ist nicht nur im Sortiment einiger Deutschen Fuchsiengärtnereinen zu finden, sondern hat auch einen Platz im einmalig gelegenen Botanischen Garten von Funchal gefunden.

Ritter Belrem

„Mein" Pforzheimer Stadtteil Dillweißenstein war bis zum 16. Jahrhundert in zwei Teilorte getrennt. Weißenstein besaß drei Burgen, die heute noch mit zwei Ruinen und in der Burg Rabeneck mit einer sehr, sehr schönen Jugendherberge existieren. Über diese örtlichen Burgen herrschte um das Jahr 1230 der Ritter Belrem von Weißenstein.

Zuleima

Der Überlieferung nach war Zuleima die Gemahlin von Ritter Belrem, die er angeblich von einem Kreuzzug aus dem Orient mitgebracht hat. Ritter Belrem und Zuleima wurden zu Symbolen des Dillweißensteiner Faschings. Beide werden jedes Jahr am 11.11. aus dem Burgverlies der Burg Rabeneck „erweckt".
Die Kleidung der beiden in den traditionellen Farben rot gestreift bei Ritter Belrem und blau gestreift bei Zuleima, spiegelt sich wieder in den entsprechenden Farben der geflammt blühenden Fuchsiensorten.

Portus

Die Stadt Pforzheim geht auf die römische Siedlung Portus zurück, die um 90 n. Chr. an einer Furt über die Enz gelegen hat. Portus, lateinisch für Hafen, weist auf diese Furt hin. Die Enz war ab dieser Stelle für die Flößerei schiffbar, die sich zu jener Zeit fest etablierte. Ein Zeugnis dieser Zeit gibt die in unmittelbarer Nähe liegende geschützte Grabungsanlage am Kappelhof ab.

Triefenstein

Das ehemalige Kloster der Augustiner Chorherren in Triefenstein im bayrischen Bezirk Unterfranken, wurde durch die ordensähnliche, im Rahmen der evangelischen Kirche, in den 60-er Jahren gegründete Gemeinschaft der Christusträger, in einer beispiellosen Restaurierung wieder hergestellt. Die entstandene Freundschaft zu dieser Gemeinschaft soll sich in dieser Fuchsiensorte verdeutlichen.