Pilzliche Erkrankungen

Autor: Karl-Heinz Saak 

1. Fuchsienrost

Die Symptome: Die unteren Blätter werden gelb, es erscheinen braun-schwarze Flecken und an den Blattunterseiten bilden sich orangefarbene Sporenlager. Die befallenen Blätter fallen ab, die Pflanzen verkahlen von unten. Auch scheinbar gesunde Blätter sind zu diesem Zeitpunkt häufig schon erkrankt, denn der Pilz ist mit seinen Hyphen in das Blattgewebe eingedrungen und hat dort ein Myzel, ähnlich einem Wurzelgeflecht gebildet. Die unten angeführten Mittel, bis auf Polyram WG, sind fungistatische Mittel. Sie verhindern weiteres Wachstum des Myzels und Bildung von Sporenlagern.

Wie alle Rostpilze ist auch der Fuchsienrost auf wenige Pflanzenarten spezialisiert. Dieses ist die Familie der Onagraceae. Zu ihr gehört auch das weit verbreitete heimische Weidenröschen. Von ihm werden in den Sommermonaten die Fuchsien infiziert. Dieses ist nur möglich, wenn die Blätter nass sind. Vorbeugend sollte zu dichter Stand vermieden werden und die Fuchsien sollen über Nacht abgetrocknet sein. Da der Befallsdruck sehr unterschiedlich ist, muss an gefährdeten Standorten ab Juli vorbeugend alle 3-4 Wochen gespritzt werden.

 

Mittel zur Bekämpfung

Das häufig verwendete Baymat ist nicht mehr zugelassen. Die Wirkung war in den letzten Jahren durch Resistenzbildungen nicht mehr ausreichend. Bei häufigem Gebrauch ist die Verwendung unterschiedlicher Wirkstoffe zur Verhinderung von Resistenzen wichtig

  1. Azoxystrobin-haltige Mittel sind besonders für die vorbeugende Behandlung geeignet. Z. B. Neudosan Rosen-Pilzfrei; Neudosan Gemüse Pilzfrei; Spies-Urania Rosen Pilzfrei; Celaflor Rosen Pilzfrei Saprol; Compo Ortiva Universal Pilzfrei
  2. Myclobutanil-haltige Mittel, dazu gehört auch das für den Haus- und Kleingarten nicht zugelassene Systane. Zugelassene Mittel z. B. Pilzfrei Ectivo; Celaflor Pilzfrei Saprol wirken auch sehr gut bei starkem Befall.
  3. Metiram-haltige Mittel, z. B. Polyram WG, wirken nur vorbeugend und hinterlassen starke Spritzflecken. Sie haben aber in der Stecklingsvermehrung zur Vermeidung von Pilzkrankheiten Bedeutung.  

2. Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Dieser Pilz, benannt nach seinen grauen Sporenlagern, tritt überall auf an Orten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Senkung der Luftfeuchtigkeit ist die wichtigste Maßnahme zu seiner Bekämpfung. Dieses gilt insbesondere in Gewächshäusern während der Winterzeit. Darum Pflanzen nicht zu eng stellen; wenig und nur morgens gießen damit die Pflanzen zum Abend wieder abgetrocknet sind. Bei Sonnenschein und hohen Temperaturen lüften, um die Pflanzen abzuhärten. Ventilator einsetzen. 

Mittel zur Bekämpfung:

1.Fenhexamid-haltige Mittel, z. B. Teldor von Bayer. 

3. Wurzelfäulen ( Pythium + Phytophthora )

Diese Erkrankungen werden häufig durch Nässe und dadurch bedingten Luftmangel im Wurzelballen begünstigt. Auch hohe Bodentemperaturen, zu hohe Salzgehalte, hervorgerufen durch Überdüngung tragen zum Befall bei. Darum für sicheren Wasserabzug sorgen. Pflanzen trockener halten. Befallene Wurzeln zurückschneiden, Erde entfernen. Restballen in eine Pflanzenschutzlösung tauchen. Triebe ebenfalls einkürzen, um die Verdunstung zu verringern.  

Mittel zur Bekämpfung

1. Aluminium-Fosetyl-haltiges Mittel, z. B. Bayer Special-Pilzfrei Aliette

2. Promocarb + Fosetyl-haltiges Mittel, z. B. Previcur Energy 

4. Mehltau.

Diese Pilzerkrankung ist bei Fuchsien nicht sehr häufig und tritt nur bei ungünstigen Bedingungen auf. Meistens bei zu dichtem Stand, Lichtmangel, hoher Wärme und Luftfeuchte.

Mittel zur Bekämpfung:

1. Myclobutanil-haltige Mittel, z. B. Pilzfrei Ectivo; Celaflor Pilzfrei Saprol

2. Tebuconazol - haltiges Mittel z.B. Bayer Garten Rosen-Pilzfrei Spray Folicur

3. Schwefel-haltige Mittel, z. B.Compo Mehltau-frei Kumulus WG; Spiess Urania Netzschwefel Sufran Jet. Schwefelhaltige Mittel müssen wöchentlich gespritzt werden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

5. Lecithin (Zulassung erloschen)