Weinschwärmer

Heinz Pfefferle, Freundeskreis Südbaden

Wer hat die Fuchsien zum Fressen gern?

Vielleicht glaubten auch Sie schon an böse Geister beim Anblick kahler Fuchsienzweige an Pflanzen, die am Tage zuvor noch einen völlig gesunden Eindruck machten? Und wirklich, es ist ein wahres Ungeheuer, dass hier seinen Spuk treibt. Um den Missetäter zu finden, muss man den Topf mit der schadhaften Pflanze schon genau ins Visier nehmen. Der Schädling zieht sich nämlich über Tag in den Blätterwald der Fuchsie zurück und ruht reglos auf einem meist schon verholzten Ast des Busches.

Mit ihrer braunen Tarnfarbe ist die Raupe des Nachtschwärmers dann gar nicht immer leicht zu entdecken. Was sie zuerst verrät, sind die hellen manchmal fast weißen Halbringe seitlich am Kopf.

Die erste Raupe, die ich fand, sie werden immerhin fingerdick und 8 – 10 cm lang, hielt ich in Gefangenschaft. Gefüttert wurde sie, wie sollte es auch anders sein, mit Fuchsienblättern, bis sie sich schließlich verpuppte und ich im Frühjahr einem wunderschönen Weinschwärmer Deilephila elpenor die Freiheit gab. Und dies trotz der Schmach, die er meinen Fuchsien angetan hatte.

Zum Glück treten diese Raupen immer nur an einer oder zwei Pflanzen auf, und auch dann nur in sehr geringer Anzahl: 2 oder 3 Raupen. Diese sammle ich dann von den betroffenen Büschen oder Bäumchen ab und bringe sie an den nahen Waldrand, zu einem Ort, an dem die Weidenröschen stehen, die von der Raupe ebenfalls gefressen werden. Töten mag ich sie nicht, denn schließlich lieben sie ja auch nur, gerade wie ich, meine Fuchsien.

 

Heinz Pfefferle, Freundeskreis Südbaden