Fuchsien - Sommerprobleme

Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.

Die Hitzewelle in diesem Jahr mit Temperaturen um 37° C, in der Sonne oder in Gewächshäusern auch über 40° C hat ihren Tribut gefordert. Bei Jungpflanzen und frisch getopften Fuchsien führte das verbreitet zu Totalausfällen.

Was ist zutun um derartige Schäden zu vermeiden?

Das Wetter können wir nicht ändern, aber rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, die den Fuchsien das Überleben erleichtern.

1. Pflanzen nicht im Gewächshaus aufstellen.

2. Pflanzen in den Schatten stellen, oder eine Schattierung z. B. durch Abdecken mit einem luftdurchlässigen weißen Abdeckflies, wie es für Gemüsepflanzen verwendet wird. Dadurch entsteht eine höhere Luftfeuchtigkeit, die die Verdunstung der Blätter herabsetzt.

3. Das größte Problem ist die hohe Bodentemperatur, oft weit über 30°C. Bei diesen Temperaturen ist die Aktivität der Wurzeln stark eingeschränkt. Angestrebt werden soll aber eine Temperatur um 20°C. Dieses lässt sich am besten erreichen, in dem die Pflanzen auf dem Boden ausgesetzt werden, ideal sind so genannte Bewässerungsmatten als Unterlage. Sie halten Feuchtigkeit und durch die Verdunstung sinkt die Bodentemperatur.

4. Wiederholt das Flies, die Fuchsien oder den Boden anfeuchten, die Pflanzen aber nicht zu nass werden lassen.

5.Die Überdüngung. Verstärkt werden die oben genannten Schäden durch die zu hohe Düngerkonzentration = Salzkonzentration in der Blumenerde. Häufig werden Blumenerden mit Langzeitdünger und einer Wirkungsdauer von 4-6 Monaten verwendet. Diese Laufzeit beginnt mit der Herstellung der Erde. Wird diese Erde beim Verkäufer oder beim Verbraucher hohen Temperaturen bei der Lagerung ausgesetzt, dann wird der Langzeitdünger schneller mobilisiert und die Salzkonzentration steigt. In Hitzeperioden und Bodentemperaturen über 30°C sinkt die Wirkungsdauer dramatisch.

Ältere, gut durchwurzelte Fuchsien oder starke Düngerzehrer wie Pelargonien haben damit kaum Probleme, bei Jungpflanzen oder frisch getopften noch nicht durchwurzelten Fuchsien sieht das ganz anders aus. In Einzelfällen, wenn der gebrauchsfertigen Blumenerde noch zusätzlich Dünger (das gilt auch für Hornspäne) zu gefügt wird, entstehen in diesen Hitzeperioden so genannte "Pökel-Fuchsien". Denn die erhöhte Salzkonzentration in der Erde führt zur umgekehrten " Osmose". Dieses heißt: Eine starke Salzkonzentration zieht eine Schwächere an. Ist in der Erde die Salzkonzentration höher als in der Pflanze, entzieht diese den Blattzellen das Wasser mit dem Resultat, dass starke Welkeerscheinungen auftreten. Das wäre durch starke Wassergaben zu verhindern, führt aber dazu, dass die geschwächten Fuchsien absaufen.

Darum für Jungpflanzen unbedingt niedrig gedüngte Erden verwenden. Beim Umtopfen nicht zu große Töpfe verwenden z.B. von 7-8 cm in 12 cm.

 

Sommerprobleme

von Rosi Friedl

Standort, Sonne, Hitze

Die Fuchsie bevorzugt einen Standplatz mit milder Vormittagssonne oder an der Spätnachmittagssonne. Plätze mit Mittagssonne und/oder Stauhitze sind relativ ungeeignet.

Eine besondere Sorgfalt ist hier bei Pflanzen geboten, die erst in der letzten Zeit umgepflanzt wurden und den zur Verfügung stehenden Platz noch nicht vollständig durchwurzelt haben.

Wurzelballen vor Überhitzung schützen

Am schlimmsten wäre es wenn die Sonne direkt den Wurzelballen erhitzen könnte. Wenn Sie z. B. einen Plastiktopf direkt an die Sonne stellen, erhitzt sich dieser so stark, dass Sie die Hand nicht mehr darauf legen können. Auch andere Gefäße, die warm werden können, benötigen eine Schattierung, entweder durch größere Pflanzen, Sonnenschirme, Pflanztopf in großen Tontopf stellen, Holzbretter o. ä. vor die Töpfe usw. Die Wurzeln direkt am Rand des Wurzelballens, halten diese Wärme nicht lange aus. Sie zeigen uns das zuerst mit einer überstarken Blüte, dann immer kleiner werdenden Einzelblüten und anschließendem Abwurf von Blüten und Blättern.

Hängende Blätter

Wenn es einer gesunden Fuchsie durch überhöhte Tagestemperaturen zu heiß geworden ist, lässt sie als natürlichen Verdunstungsschutz die Blätter hängen. In dieser Zeit kann sie kein Wasser aufnehmen. Wenn Sie trotzdem gießen, ergeben sich sehr schnell Probleme für die Wurzeln.

Gießen

Am besten also nur nach Erfordernis morgens oder abends gießen. Nicht täglich alle Fuchsien einfach abfüllen, sondern vorher kontrollieren, ob der Wurzelballen seit dem letzten Gießen überhaupt etwas abgetrocknet ist.
Eine Fuchsie mag zwar gern eine gewisse Feuchtigkeit - aber nicht ständig nasse Füße. Also vermeiden Sie bitte einen feuchten Wurzelballen nachzugießen.

Fuchsien-Krankenhaus


Fuchsien, die es „erwischt" hat, können im Anfangsstadium noch gerettet werden, wenn die Triebe etwas geschnitten werden, vor allem die Blüten (die ja besonders viel Kraft brauchen) entfernt werden. Sie können die strapazierten Wurzelballen an einem kühlen, schattigen Platz am ehesten wieder sanieren. Gießen ist - sobald der Wurzelballen wieder abgetrocknet ist - tröpfchenweise, später wieder nach Erfordernis erlaubt. Die meisten dieser Fuchsien erholen sich wieder und können in frühestens ca. 4 Wochen wieder blühen.

Z U S A M M E N F A S S U N G

Eine Fuchsie, die wegen großer Hitze die Blätter hängen lässt (Verdunstungsschutz) und einen feuchten Wurzelballen hat, D A R F N I C H T G E G O S S E N W E R D E N .
Wenn in diesem Fall der Wurzelballen trocken ist, muss abgewägt werden, ob die Pflanze mit ihrem Wasservorrat doch noch bis in die kühleren Abendstunden ausreicht oder an einen schattigen Platz gestellt wird und mit temperiertem Wasser nachgegossen wird. Niemals auf einen angewärmten Wurzelballen mit kaltem Leitungswasser gießen!

Nun hoffe ich, dass „die Feuerwehr-Fans" unter Ihnen doch noch die Wasserflut bremsen können und nicht alle Fuchsien ins Jenseits schwemmen. Das ist die einzige Chance, abgesehen von der Standortwahl, an der Hitze können wir leider nichts ändern.

Fuchsiengärtnerei Rosi Friedl
www.fuchsien-friedl.de
14. 08. 05