Fuchsien - Seminar

Reinhard Heinke

(C) by Reinhard Heinke

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Gärtnerei Heinke, Dortmund

Frühjahrsrückschnitt

Ausgangs der Winterruhe ist der richtige Zeitpunkt gekommen, den Frühjahrsschnitt durchzuführen.

Inwieweit die Pflanze schon im Herbst geschnitten wurde, hängt einzig und allein von der Art des Winterquartiers ab. So ist es möglich, bei frostsicheren, regelbaren hellen Winterstandorten den endgültigen Schnitt schon im Herbst komplett auszuführen. Hier ist nicht zu befürchten, dass es zu Fäulnis oder zum Eintrocknen von Triebteilen kommt. In der Praxis der Fuchsienliebhaber sind diese idealen Überwinterungsbedingungen doch recht dünn gesät. So sind doch alle anderen Überwinterungsmöglichkeiten Behelfslösungen. Diesen Rechnung zu tragen bedeutet, dass unbedingt eine Sicherheitslänge im Herbst belassen werden muss. In der Regel kann empfohlen werden, ein Drittel der Gesamtlänge dazu zu benutzen. Mit dem Entfernen des jüngsten Triebdrittels sind ja auch die noch nicht verholzten Teile, die sowieso problematisch in ungünstigen Quartieren hinsichtlich Pilzbefall oder Eintrocknen sind, im Herbst entfernt worden. Dabei kann auf schützende Behandlung der Schnittwunden mit pilztötenden Mitteln nicht verzichtet werden. Ich erinnere neben den bekannten Fungiziden: Rovral, Ronilan, Euparen besonders an zerstoßene Holzkohle. Wir wissen: Die Fuchsie ist ein Gehölz, das bei uns nicht winterhart ist, aber den allgemeinen Regeln des Gehölzschnittes unterliegt. Diese Tatsache kommt den Gartenbesitzern mit Gehölzen wie Rosen und Obstbäumen zugute, so dass nur noch sortenspezifische Schnittvariationen erworben werden müssen.

In den Orangerien der Königs- und Fürstenhäuser sowie Patrizierhäuser, die schon im 16. Jahrhundert die ersten nicht winterharten Gehölze als Nutz- oder Zierpflanzen beherbergten, waren erfahrene Gärtner tätig. Wie schon damals sind bei jedem, der diese Pflanzenschätze, die als Kübelpflanze oft mehrere Generationen erfreute, Erfahrung, Einfühlungsvermögen, Liebe und Geduld die ersten Voraussetzungen. Ein beredtes Zeugnis sind die verschiedensten Kübelpflanzen in der Orangerie Hannover-Herrenhausen.

Wenn man bedenkt, mit welch kleinem Wurzelraum die Pflanzen zig Jahre im selben Kübel sich optimal entfalten, kann man ermessen, wie schwer es ist, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Wurzeln zu pflegen und zu erhalten. Die Meister der Schnittkunst nannten sich Topiarius.

Zurück zum Frühjahrsschnitt:

Der richtige Zeitpunkt ist jeweils abhängig von der Art des Überwinterungsraumes und von den Bedingungen, die der Pflanze nach dem Schnitt zum Austrieb gegeben werden können. Man sollte immer den Höhepunkt des natürlichen Saftdruckes ausnutzen. Am frühesten kann geschnitten werden, wenn ein heller temperaturgeregelter Raum zum Austrieb zur Verfügung steht. -Wintergarten, Gewächshaus oder Bodenraum-. Das könnte dann schon ab Januar der Fall sein. Am spätesten darf geschnitten werden, wenn überhaupt keine Möglichkeit besteht, im geschlossenen Raum anzutreiben. Das bedeutet, dass die Pflanze an geschützter Stelle im Freien austreiben soll. Die Wahl des Zeitpunktes, nämlich bis Mitte April, hängt aber davon ab, dass der Verbleib in einem Winterquartier bis dahin eine Ruhe gewährleistet. Dabei spielt der Faktor Temperatur die wichtigste Rolle. Nur ein Raum unter 6 C kann vorzeitigen Austrieb der Wassertriebe verhindern. Das gilt auch besonders für Mieten und Gruben.

Der Schnitt: Warum wird überhaupt geschnitten?

Oft wurde mir schon von Besitzern einzelner Solitärs gesagt: "Ich habe mein Bäumchen noch nie geschnitten und es gedeiht auch weiter." Meine Nachfrage ergab dann, dass es sich um ein älteres Exemplar handelte, welches weder besonders gedüngt noch je umgepflanzt worden war. Also geringster Zuwachs, spärliche Blüten, insgesamt keine Leistung.

Hingegen bringt doch eine wüchsige Pflanze jährlich so lange Triebe, dass es fast sicher ist, dass diese die Last der Knospen und Blüten gar nicht tragen können. Außerdem ist das Wuchsverhalten der verschiedenen Sorten sehr unterschiedlich. Gemessen wird die Schnittlänge an den Jahrestrieben. Als Jahrestrieb bezeichnen wir den blütentragenden Trieb, der im Grunde verzweigt und vom vorjährigen verbliebenen, austriebsfähigen Auge unverzweigt durchgewachsen ist. Die Empfehlungen sagen, das ein Drittel dieses Jahrestriebes im Herbst, ein weiteres Drittel im Frühjahr zurückgenommen wird. Das beinhaltet ja auch, dass das mittlere Drittel das Sicherheitsdrittel ist.

Technik - Werkzeug:

Eine zweischneidige Schere, die einen nicht quetschenden Schnitt garantiert; ein hippmartikes Baumschulmesser für ziehenden Schnitt, ein Pinsel zum Betupfen der großen Schnittstellen mit Fungiziden.

Zunächst wird ausgelichtet.

Schwache Triebe, sich kreuzende, scheuernde oder nach Innen wachsende Triebe, werden bis zur Basis des Triebes oder bis zu einem geeigneten Augenpaar entfernt.

Der Schnitt wird mindestens 1 cm oberhalb des letzten Augenpaares angesetzt. Er sollte leicht angeschrägt verlaufen, da diese Technik eine quetschfreie Durchführung zulässt. Die stärksten Triebe werden zuerst geschnitten, um damit die Peripherie der nächstjährigen Silhouette festzulegen. Man kann davon ausgehen, dass die stärksten Triebe auf 3 - 4 Augenpaare zurückgenommen werden, die schwächeren der verbleibenden auf ein Augenpaar. Mit einzubeziehen in dieses Schnittschema sind auch eventuell vorhandene Wassertriebe, soweit die Nodienknoten ins Schnittschema passen. Zumindest ist die Basis des Wassertriebes mit der verdickten Wulst mit einzubeziehen. Die Erfahrung lehrt, dass diese Wulst sehr viele und starke Augenanlagen beinhaltet. Nach erfolgtem schematischen Schnitt ist immer eine Augenkorrektur erforderlich. Dieses Schnittschema ist natürlich, wie vorhin schon angeschnitten, auf Pflanzen mit außergewöhnlichem Wachsverhalten abzuwandeln.

Das heißt: die Regel des Gehölzschnittes.

Starker Rückschnitt ergibt wenige, aber starke, auch lange Triebe. Schwacher Rückschnitt ergibt viele, schwächere und damit nicht zu lange Triebe.

Zu beachten ist, dass die Bedingungen für jedes verbliebene Auge gleichwertig sind. Man spricht beim Gehölzschnitt von der Saftwaage. Wenn man einmal beobachtet, wie schnell eine Pflanze ihre Kraft in einen zufällig verbliebenen, wüchsigen Schwachtrieb schiebt, sieht man, dass viele schlafende Augen in starken Trieben nicht austreiben!

Hat man nun alle Empfehlungen beherzt angewandt, bleibt erst einmal die Pflege der schlafenden Augen bis zum Austrieb. Unterstützend sind neben der Wahl des richtigen Standortes wiederholte Sprühungen.

Erden und Düngung

Es gibt nicht die Fuchsienerde, sondern eine Erde, die die Bedürfnisse für viele Pflanzengattungen erfüllen kann.

Ob die Erde aus: reinem Torf, schwerer Landerde Torf-Lehm-Kompostgemisch Komposterde-Rindenhumus-Sandgemisch Torf-Tongemisch oder Landerde-Rindenhumusgemisch besteht, ist insoweit unerheblich, als der Salzgehalt, PH-Wert und das Gießverhalten darauf genau abgestellt sein müssen. Dazu zu sagen ist, dass eine Pflanze in reinem Torf oder zumindest in leichter Erde wesentlich weicher in der Substanz ist als eine Pflanze in schwerem Substrat. Die Blütenfarben und die Blütenhaltbarkeit sind in schwerer Erde besser. Ein Torf-Tongemisch kann z. B. große Mengen Nährstoffe an sich binden und wieder abgeben, das heißt, es kann gut puffern. Die Vergießfestigkeit ist höher. Der freie Grund, das Beet, ausgezeichneter Standort, mit wurzelfreundlichen Eigenschaften, dazu extensiver in der Pflege. Vergessen wird leider oft die Einstellung des PH-Wertes durch Zugabe von C A C 0 3 (kohlensaurer Kalk), Richtwert ca. 3 Gramm je 1 Liter Substrat. Die Bevorratung von Nährstoffen in Kultursubstraten kann mit organischen oder mineralischen Düngern erfolgen, und zwar als Kurzzeitstartdung oder als langsam fließender Langzeitdünger. Beide Arten sind im Verlauf von Temperatur und Wassergaben beeinflussbar.

3 Gramm je 1 Liter Substrat sollten nie überschritten werden. Organische Langzeitdüngung kann durch Wahl verschiedener Ausgangsprodukte oder Korngrößen über die ganze Wachstumsperiode in einem gegeben werden. Bei mineralischen Langzeitdüngern kann gewählt werden zwischen 3,5 oder 9 Monaten Wirkungsdauer. Besser ist eine dreimonatige Wirkungsdauer und eine Wiederholungsanwendung. Erprobtes Produkt hierzu z. B. Triabon. Eine wesentliche feinfühligere, aber auch arbeitsaufwendigere Düngung ist die Flüssigdüngung. Die Wahl der richtigen Nährstoffzusammensetzungen der flüssigen oder mineralischen Dünger ist recht schwer geworden. Der Markt bietet die verschiedensten Produkte in Einzelnährstoffdüngern wie auch in Düngern mit Schwerpunkt NK=Stickstoff oder PK=Phosphor. Der Preis der angebotenen Dünger wir bestimmt durch den Reinnährstoffgehalt desselben. Nehmen Sie bitte nur Dünger, bei denen die Nährstoffgehalte genau angegeben sind! Dabei ist besonders bei Kultur in Gefäßen auf ballastarme Dünger zu achten. Blaukorn wäre zu diesem Zweck höchst ungeeignet.

Empfohlene Dosierung zur Flüssigdüngung sind bei gezielten Gaben nicht über 2,5 o/oo anzusetzen. Bei einer Gießdüngung, das heißt, einer Nährstoffgabe mit jedem Gießen, darf 0,7 o/oo nicht überschritten werden. Bei der ersten Methode darf nie auf trockenen Ballen gedüngt werden, bei der zweiten ist es unerheblich.

Die vegetative Vermehrung von Fuchsien:

Bei den winterharten Wildarten und -sorten wurde als älteste ungeschlechtliche Vermehrungsart die Teilung des Wurzelballens praktiziert. Das war in der Regel ab dem vierten Jahr gut möglich. Daran angelehnt lassen sich die Freilandfuchsien durch Steckholz, welches über den Winter tief eingeschlagen und dann frostsicher mit Laub abgedeckt wurde, leicht und sicher vermehren. Im Mai wurden dann die bewurzelten Ruten auf Abstand aufgeschult.

Die drittälteste Methode ist die Vermehrung durch leicht verholzte Stecklinge. Diese werden mit 4 - 6 Blattpaaren entnommen. Das unterste Blattpaar wird mit sauberem Schnitt bis zum Stielansatz entfernt. In den lichtärmeren Monaten ist es ratsam, Bewurzelungshormon -z. B. Neudofix- zu verwenden. In diesen Präparaten sind neben den wurzelwachstumsfördernden Hormonen auch Fungizide enthalten, die die Gesundheit während der bis zu vier Wochen dauernden Bewurzelungszeit erhalten.

Die empfehlenswerteste und am meisten praktiziert Methode ist die, mit krautigen Stängeln zu arbeiten. Zwei Blattpaare und ein sich bildendes sind die richtige Größe. Der größte Vorteil dabei ist die kurze Bewurzelungszeit. Man kann davon ausgehen, dass nach 11 - 12 Tagen die ersten Wurzeln gebildet sind. Voraussetzung für sicheren Erfolg ist nicht allein die Erhaltung der Wachstumsfaktoren und der Hygiene, sondern in erster Linie der Zustand der Mutterpflanzen und damit des geschnittenen Stecklings. Im Erwerbsgartenbau gibt es keine schlecht- oder besonders gutwurzelnde Stecklinge, sondern nur schlechtes oder gutes Ausgangsmaterial.

Auch in der Temperaturregelung ist die Bodentemperatur, die 18 bis 20 C betragen soll, wichtiger als die Einhaltung der Lufttemperatur, die von 12 - 22 C ertragen wird.

Das Vermehrungssubstrat soll steril sein, dabei stabil in der Struktur und vor allem: nährstoffarm. Ideal sind Salzbelastungen unter 1 o/oo. Geeignet ist

Perlite genauso gut wie Weißtorf, Schwarztorf, Torf-Tongemische oder Torf-Sandgemische mit gewaschenem Rheinsand.

Auch Großmutters Methode, in Wasser zu bewurzeln, ist praktikabel. Saubere Gefäße wie Ton- und Kunststofftöpfe, Multiplatten, Styroporplatten sind verwendbar.

Belichtung in den Monaten Oktober bis März bis unter 12 Stunden Tageslänge sind erforderlich.

Unterschieden wird: Assimilationslicht mit Luxwerten ab 1.000 LUX und

Induktionslicht mit Werten ab 120 LUX.

Verdunstungsschutz wie Hauben, Gläser, Folie ist ab dem 10. Tag leicht zu lüften.

Standort in der Wohnung hell, aber nicht vollsonnig auf der Platte über dem Heizkörper.

Zu klassischen Kronenbäumchen lässt sich die Mehrzahl der Fuchsiensorten gut heranziehen

Dieses gilt für die sogenannten wurzelechten. Eine andere, früher öfter praktizierte Methode, ist die der Veredelung von Sorten auf Stammbildner.

Empfohlen sind Kopulation und Aufpfropfen. Gute Unterlagen sind die bekannten Sorten: 'Deutsche Perle', 'Joy Patmore' und 'Checkerboard'.

Wichtig ist der Wachstumszustand beider, der im wesentlichen den gleichen Verlauf genommen haben sollte. Gute Bedingungen können die Monate April bis Mai oder August bis September bieten. Zu der Methode des Veredelns ist besonders zu raten, wenn Sorten wie 'Auntie Jinks', 'La Campanella', 'Troika' oder vergleichbare, die Krone eines Stämmchens zieren sollen. (Siehe hier auch: Bäumchen in einem Jahr?)

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Veredelungsstelle eine vorprogrammierte Bruchstelle sein kann! Daher bitte von vornherein Kronenstützen benutzen. Überhaupt sollten bei allen Kronenkonstruktionen Sicherungen gegen Bruch einbezogen werden; sei es auch nur ein einfacher Ring aus kunststoffummanteltem Draht. Eine Böe bei voller Blütenpracht von Juli/August hat durch Verdrehung schon so manche Krone zerstört. Empfehlenswerte Zeitpunkte zum Beginn der Anzucht des Stämmchens sind Februar/März oder August/September. So lässt sich in der Zeit der kürzeren Tage, ohne störende Blütenanlagen, die endgültige Höhe des Stämmchens am schnellsten erreichen. Gewählt werden kräftige Jungpflanzen, die nach dem Umtopfen sofort einen Stab erhalten, was besonders bei hängenden Sorten unumgänglich ist.

Es ist sehr wichtig, eine angesetzte Pflanze in zügigem Wuchs zu halten, damit keine Verhärtungen des Triebes entstehen. Mehrmaliges Umtopfen oder zumindest eine gezielte wachstumsbezogene Düngung, kann das gewährleisten.

Ich erinnere auch an die Möglichkeit des Auspflanzens bei der Sommerkultur, bei der es viel leichter ist, gleichmäßigen und starken Zuwachs zu erzielen.

Bis zur Höhe des Kronenansatzes müssen während der Anzucht, unter Schonung der am Trieb sitzenden Blätter, alle Geiztriebe ausgebrochen werden. Die verbleibenden Blätter tragen zur Stärkung des Stammes bei.

Je nach Abstand der Nodien sind 3 bis 5 Augenpaare zum Austrieb zuzulassen. Nach einem Trieb bis zu drei Blattpaaren ist wieder bis auf ein Blattpaar zurückzustutzen, damit das erste Teilstück sich gut kräftigen kann. Das gleiche sollte sich noch einmal wiederholen.

Dann kann man die Pflanze zur Blüte kommen lassen, was bei einem Kulturbeginn im Spätsommer, leicht im folgenden August der Fall ist. Durch die Unterlassung weiteren Stutzens und damit erneuter Jungtriebbildung wird die Gewebefestigkeit zur besseren Überwinterung wesentlich gefördert.

Nun sind nicht alle Sorten in ihrem Wuchsverhalten gleich, so dass im weiteren Kulturverlauf ein spezifisches Schnittschema gehandhabt werden muss. Wieder gilt der Grundsatz: wenige belassene Augen bringen starke Jungtriebe, mehrbelassene Augen je Trieb bringen viele, aber schwache Jungtriebe.

Ein weiches Entspitzen hilft bei der Vermehrung.

Empfohlene Sorten:

'Barbara',

'Celia Smedley',

'Chang',

'Checkerboard',

'Deutsche Perle',

'Gronekans Glorie',

'Golden Glow',

'Kwintet',

'Kleine Gärtnerin',

'La France',

'Joy Patmore',

'Phyllis',

'Little Beauty',

'Nicis Findling',

'Thamar',

'Ullswater',

'Voltaire',

'Pink Perl',

'Margaret',

'Dirk van Deelen',

'Rose of Castille',

'Rose of Castille Imp.',

'Micky Goult',

F. arborescens.

F.mag. 'Alba',

F. mag 'Gracilis',

F. denticulata,

F. speziosa

Beispiel eines Planes zur Bekämpfung von Blattläusen im Gartenbau.

Wir alle wissen, wie schwierig es oft ist, auftretende Blattläuse wirksam zu bekämpfen.

Gerade unter den heutzutage anzuwendenden ökologischen Gesichtspunkten sind Vorsorge und ein Plan erforderlich. Auch im kontrollierten integrierten Anbau ist eine Mindestzahl von Wirkstoffen unerlässlich. Der Stufenplan beginnt mit vorsorglichen Kulturmaßnahmen wie: Wahl der richtigen Sorten, des Standortes, der Nachbarpflanzen und des entsprechenden Pflanzenabstandes.

Die Nährstoffversorgung muss dem augenblicklichen Bedarf angepasst sein und nie einen Stickstoffüberhang beinhalten. Der PH-Wert sollte richtig eingestellt und das Bodenleben aktiv sein.

Spritzungen mit Pflanzenstärkungsmitteln wie Brühen aus Ackerschachtelhalm oder frischen Brennnesseln.

Stufe 2 - Schon vor Kulturbeginn wird mit der offenen Zucht von Gallmücken und Schlupfwespen auf Getreideblattläusen begonnen, die regelmäßig den Kulturen zugefügt werden. Der Abstand darf 14 Tage nicht überschreiten.

Stufe 3 - Sollte der Befallsdruck, bedingt durch günstige Wetterlagen, nicht dauerhaft reduziert werden können, wird mit Kaliumseife, z. B. Neudosan, gespritzt. Vorsicht mit Wiederholungen bei Jungpflanzen!

Stufe 4 - Als letzte Feuerwehrmaßnahme kommt erst ein Einsatz mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel in Betracht. Dieses -möglichst nützlingsschonende- Mittel kann gemischt mit Kaliumseife oder allein gespritzt werden.

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