Forscher Berry

Paul E. Berry, USA

Wer diesen Namen hört, denkt unweigerlich an die vielen Beschreibungen von wildwachsenden Fuchsien, die Paul Berry erstellt hat und auch selbst entdeckt hat.

Ich durfte ihn während der Fuchsia-Convention in Eureka 1992 kennen lernen. Er ist ein sehr freundlicher und umgänglicher Mensch und ließ sich auch bereitwillig ein paar Fragen stellen.

Paul wohnt in St. Louis, Missouri. Er ist ca., 40 Jahre alt und war mit seiner Familie und einem Freund, der ihn auf seinen Entdeckungsreisen in die Wälder von Peru, Brasilien, Anden und Neuseeland begleitet, angereist.

Ich war schon ein bisschen aufgeregt, als ich diesem Fuchsien-Experten, den ich von Beschreibungen her schon lange "kenne", plötzlich persönlich vorgestellt wurde und gegenüberstand. Aber er hat mir mit seiner Freundlichkeit gleich alle Scheu genommen. Auf meine Frage, wieso er eigentlich dazu gekommen ist, Wildfuchsien zu studieren, erzählte er, dass er im Botanical Garden Missouri einen Professor hatte, der ihn aufforderte, dessen Arbeit mit Fuchsien weiterzuverfolgen, was Paul dann auch tat, sein Interesse an Fuchsien war zu dieser Zeit gar nicht so groß. Paul machte also nicht nur die Arbeit des Professors weiter, sondern sie wurde sogar zu einer Lebensaufgabe, denn er lernte die Fuchsie zu lieben. Seine Forschungsarbeit besteht hauptsächlich darin, die Fuchsien an ihren Standorten aufzusuchen, zu studieren und auch zu beschreiben. Dabei hat er natürlich auch noch einige unentdeckte gefunden, wie z. B.

F. cinerea (Section Fuchsia) kommt aus den Vulkanbergen Chiles, sie gedeiht dort in einer Höhe von 3.100 bis 3.250 m / F. orientalis (1982 Section Fuchsia, Ecuador), / F. campii (1988, Section Fuchsia) wächst als 3-4 m hoher Strauch in Ecuador in einer Höhe von 2.360 m / F. crassistipula (1979, Section Fuchsia, Zentral-Kolumbien), / F. sanmartina, F. coracifolia

F. pilaloensis (1985) im Westen von Ecuador, ein ziemlich kleines Verbreitungsgebiet

F. pachyrrhiza (P.E. Berry und B. Stein, 1988) kommt aus den Anden ebenfalls aus einem kleinen Verbreitungsgebiet

F. brevilobis (1989, Section Quelusia)) entdeckt in den Bergwäldern südlich von Sao Paulo (Brasilien)

F. hatchibachii (1989, Section Quelusia, Brasilien)

F. regia subsp. reitzii (1989, Section Quelusia, Brasilien)

F. regia subsp. serrae (1989, Section Quelusia, Brasilien)

und sicher noch viele andere mehr.

Paul Berry ist beschäftigt im Missouri Botanical Garden, St. Louis, Missouri.

Er hat mir aufgetragen, alle deutschen Fuchsienfreunde zu grüßen, was ich hiermit gerne getan habe.

Übrigens, seine Lieblingsfuchsie ist die F. magdalenae (Munz 1943)

Seine Erkenntnisse über Wildfuchsien hat er in seinem Buch ANNALS OF THE MISSOURI BOTANICAL GARDEN STUDIES IN FUCHSIA niedergeschrieben.

Erika Frohmann

Nachtrag von Reinhold Leuthard:

Nach 100 Jahren hat Paul Berry eine Art der Sektion Quelusia wieder entdeckt: Fuchsia glazioviana war 1892 von Paul Taubert gefunden worden und nach dem französischen Botaniker Auguste Glaziou benannt, der zwischen 1861 und 1895 Pionierarbeit mit Pflanzensammlungen in Südost-Brasilien gemacht hat. Die Art hat kleine rot/violette Blüten, wächst kompakt und ist sehr pflegeleicht. Sie ist in England erhältlich und weckt enormes Interesse.