FK Saar-Pfalz


30 Jahre DFG und auch Fuchsien-Freundeskreis Saar-Pfalz. Angefangen hat alles mit einer Einladung 1981 von einigen Fuchsienfreunden, die eine eigene Fuchsiengesellschaft gründen wollten, nach Frankfurt in den Palmengarten. Mein Mann und ich sind gerne dieser Einladung gefolgt. Die Fuchsienpracht, die wir dort zum ersten Mal gesehen haben, hat uns fast erschlagen und auch seitdem nicht mehr losgelassen. Über die Gründungsversammlung der DFG ist ja schon ausgiebig geschrieben worden. Daher lasse ich das Thema jetzt außen vor.
Auf dieser Gründungsversammlung wurde mein Mann ins Redaktionsteam gewählt, wir hatten eine Auswahl an Fuchsienfotos mit, die die Runde machten. Während der ersten Redaktionsbesprechung erhielt ich dann den Auftrag, den Fuchsienkurier zu „machen“ und gehörte auch zum Redaktionsteam




Barbarossa


Auf dem Heimweg hatten wir uns eine Menge zu verarbeiten, tief beeindruckt, von den Leuten, die wir dort kennen lernten, hatten wir Gesprächsstoff genug. Zu den wichtigen Leuten in der Fuchsienwelt gehörten Gerda Manthey, die wir ja schon durch einige Zeitungsberichte in „Mein schöner Garten“ kannten, Hermann Conrad, der Fuchsiengeneral aus Neustadt/Pfalz, der auch später zu unserem Freundeskreis gehörte, Ehepaar Willi Grund, Ehepaar Baum mit Tochter Jutta, Margret Hammen und viele andere mehr. Gärtnerei Baum hatte damals die Ausstellung mit organisiert, auch Gärtnerei Heinke war mit Super-Pflanzen vertreten.
Unser alles überwiegender Gedanke war: Wir gründen einen Freundeskreis! Mit 7 Fuchsienfreunden trafen wir uns am 7. November bei uns zu Hause und hoben den neuen Freundeskreis aus der Taufe. Auch einen Namen hatten wir schnell: Fuchsien-Freundeskreis Saar-Pfalz. Dazu gehörte auch das Ehepaar Neubauer aus Pirmasens, Herr Neubauer war auch eine Zeitlang Ehrenrat der DFG.
Im Frühjahr 1982 lernten wir Herrn Ernst Platz kennen, er war damals “Chef“ von der Freizeitgartenanlage Finkenrech in Dirmingen. Ernst Platz bot uns ein Gartenstück an, das wir mit Fuchsien bepflanzen könnten. Damals waren noch Lilienfreunde und Staudenfreunde, auch Rosenfreunde in diesem Garten vertreten. Schnell war eine schöne Gemeinschaft entstanden. Aber wo sollten wir die Fuchsien hernehmen für das neue Beet? Auch da waren Rudi und Klara Baum mit Leib und Seele dabei. Sie brachten einen Hänger voller Fuchsien, auch Winterharte, und auch von Herrmann Konrad aus der Pfalz bekamen wir ein paar Hochstämmchen, Sie werden es nicht glauben, aber einige dieser Hochstämmchen gibt es heute noch, sie zählen zu Familienangehörigen. Das Pflanzen im neuen Beet im Finkenrech konnte losgehen. Klara und Rudi Baum halfen natürlich kräftig mit, und ein schönes Fuchsienbeet mit einer kleinen Ecke Winterharten ist so entstanden. Da die Winterharten aber immer kräftiger und größer wurden, gesellte sich bald ein neues Beet nur mit Winterharten dazu.
Dann gab es ein Problem: Wohin mit den Fuchsien im Winter? Dieses Problem löste sich bei unserer ersten Ausstellung 1982 im Juni im Deutsch-Französischen Garten. Auch hier kamen wieder Klara und Rudi Baum aus Leonberg mit einer Wagenladung wunderschöner Fuchsien. Hermann Konrad hielt die Eröffnungsrede, und dann kam auch schon Hermann Ermel mit einem Strauß Fuchsien, von denen er die Namen wissen wollte. Das war der entscheidende Punkt, nach kurzem Gespräch mit ihm wussten wir, wohin mit den Pflanzen im Winter. Hermann Ermel hatte sich sofort bereit erklärt, diese Arbeit auf sich zu nehmen, für uns kostenlos. Er hielt auch die vielen Jahre, in denen er diese Überwinterung für uns vorgenommen hatte, alle Fuchsien tipp topp in Ordnung. Die Fuchsien im Finkenrech wurden von den Freundeskreismitgliedern den Sommer über versorgt, gegossen, gedüngt und auch gepflegt. Es gab Einteilungen und jeder freute sich dann auf seinen Besuch im Finkenrech (das war früher mal eine Jungtierweide) zumal noch ein nettes Restaurant mit einem schönen Biergarten hier angesiedelt ist. Finkenrech liegt an einer alten Römerstraße zwischen Dirmingen und Tholey auf einer Anhöhe, von der hat man einen wunderschönen Blick über das Land.




Stadt Kaiserslautern


Das ging 16 Jahre gut, dann sollte der Garten zu einem „Garten ohne Grenzen“ umgestaltet werden, und unsere Fuchsien waren im Weg und mussten einem „Attraktiveren Eingang“ weichen. Das war dann für uns ein Zeichen, den Garten aufzugeben. Wir siedelten uns neu an im Botanischen Garten der Universität des Saarlandes; aber auch hier ging es nicht lange gut, es musste umgebaut werden, und wir waren wieder mal im Weg. Jetzt hieß es, ganz damit aufzuhören. Wir kümmern uns nun um unsere Fuchsien in unseren Gärten und besuchen uns gegenseitig.
Wir haben im Laufe der ersten 20 Jahre sehr viele Ausstellungen gemacht, dreimal im Deutsch-Französischen Garten, dreimal an der Uni in Saarbrücken, einmal ganz groß im Finkenrech und zweimal in Kaiserslautern.

Ausstellungen fanden auch statt in Merzig, in Rubenheim beim Rubenheimer Weiherfest, in Bexbach, wo Claudia Denter zu uns gestoßen ist, und auch bei vielen Vereinen, die ihre Ausstellungen mit Fuchsien schmücken wollten: Vogelzuchtverein, Kleintierzuchtverein, Obst- und Gartenbauvereine, Kaninchenzuchtverein, um nur einige zu nennen - alle diese kleinen Ausstellungen brachten unsere Fuchsien vielen Menschen näher und auch einige Freundeskreismitglieder.
Bei den großen Ausstellungen wurden wir hilfreich von Meta und Hermann Ermel unterstützt, ohne diese beiden hätten wir die Ausstellungen nicht so hinbekommen, es ist immer besser, Fachleute dabei zu haben, und die hatten wir mit Ermels, denen auch nichts zu viel war.
Dazwischen gab es immer wieder Tage der Offenen Tür bei Ermels, wo wir ebenfalls zahlreich vertreten waren. Die Ermels machten sogar im August einen Fuchsientreff in ihrem Garten, und die Fuchsienfreunde aus Nah und Fern ließen sich dort blicken, es gab Getränke, Kaffee und Kuchen - und immer wieder Fuchsien neue Bekanntschaften und viele Gespräche. Dann hatten Ermels hatten das Rentenalter erreicht und es wurde von allen sehr bedauert, dass diese Gärtnerei eines Tages von einem Möchtegern-Gärtner übernommen wurde, der von der Materie oder besser gesagt: von Fuchsien, keinen blassen Schimmer hatte; Aber auch das ging schnell vorbei.
Unsere Ausstellungen waren immer Erfolge für die Fuchsien und auch schon mal für den Freundeskreis. Dadurch sind viele Gärtner hier im Saarland auf die Vielfältigkeit dieser Pflanze aufmerksam geworden.
Die Namen unserer Freundeskreismitglieder, die uns im Laufe der Jahre begleitet haben, möchte ich nicht nennen, jemanden zu vergessen - das Risiko ist mir zu hoch.
Einige haben mit uns von Anfang an die Jahreshauptversammlungen der DFG besucht, einige leben auch schon nicht mehr.
Wir haben auch Reisen unternommen, nicht so viele, wie manch anderer Freundeskreis. Aber die Floriade in Holland und die königlichen Gewächshäusern zu Brüssel mit uralten Fuchsien gehörten dazu.

Die Jahreshauptversammlung der DFG 2000 in Kaiserlautern mit einer Fuchsienausstellung ausrichten zu dürfen war für uns ein absoluter Höhepunkt. In einem Festakt wurde eine Fuchsie von Karl Strümper auf den Namen ‚Barbarossa' getauft. Diese Fuchsie durften wir uns aus den Schätzen von Karl Strümper in Göttingen selber aussuchen.
Auf der 2. Ausstellung 2001 wurde eine neue Züchtung von Herrn Pfefferle aus dem Schwarzwald getauft, eine schöne rosa blühende Sorte: ‚Stadt Kaiserslautern' - beide Sorten sind bei Fuchsienliebhabern heute noch zu finden, zumal die ‚Barbarossa' mit ihren zierlich blau/roten Blüten schöne Stämmchen und dichte Ampeln bildet.

Zwischenzeitlich ist unser Freundeskreis 20 (2001) Jahre alt geworden und für meinen Mann und mich war das ein Zeichen, die Leitung in andere Hände zu übergeben. Claudia Denter war für uns die richtige Entscheidung. Sie führt seit fast 10 Jahren den Freundeskreis mit einer Umsicht und Diplomatie, so dass wir uns alle bei ihr wohl fühlen. Ich könnte jetzt hier noch einige Storys erzählen, was im Laufe der Jahre so passiert ist, aber das würde doch den Rahmen sprengen. Und mit solchen Dingen hatte sicher doch jeder Freundeskreis mal zu tun.
Nun wird unser Freundeskreis dieses Jahr schon 30 Jahre alt - kaum zu glauben. Ich wünsche und hoffe, dass er noch weitere 30 Jahre bestehen bleibt, denn die Liebe zu den Fuchsien hat uns ja alle gepackt, wer sie mal kennen gelernt hat, kommt davon nicht mehr los - und ich weiß, wovon ich rede.



Erika Frohmann